Wer im Herbst 2025 auf der Trockensteinroute durch die Serra de Tramuntana unterwegs war, hatte mehr Platz als in den Jahren davor. Der Consell de Mallorca hat die Zählstellen entlang des GR 221 ausgewertet: Zwischen dem 1. Oktober 2024 und dem 30. September 2025 registrierten die drei Messpunkte 130.625 Wanderer – rund 13 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum mit 150.084 gezählten Passagen.
Der Rückgang trifft alle drei Messstellen, am deutlichsten die Etappe am Stausee Cúber. Dabei ist die Ruta de Pedra en Sec der bekannteste Fernwanderweg der Insel: eine Route aus restaurierten Maultierpfaden, Trockenmauern und alten Köhlerwegen quer durch die UNESCO-Kulturlandschaft. Auf mehr als 970 Beiträgen hat der Blog schon viele Tramuntana-Orte beschrieben – hier geht es nur um diesen einen Weg und das, was du 2026 darüber wissen musst.
Das Wichtigste in Kürze
- Weniger Andrang: 130.625 gezählte Wanderer zwischen Oktober 2024 und September 2025, im Vorjahr 150.084 – ein Minus von rund 13 Prozent.
- Länge: Der Consell gibt 261,1 Kilometer offene und markierte Wege an, davon 150,1 Kilometer Hauptroute zwischen Port d’Andratx und Port de Pollença.
- Struktur: Die Hauptroute besteht aus neun Etappen; höchster Punkt ist der Coll de ses Cases de sa Neu mit gut 1.200 Metern.
- Übernachten: Sechs Berghütten der Xarxa de Refugis lassen sich über das Portal des Consell buchen, der Schlafsaal kostet 14 Euro pro Person und Nacht.
- Beste Zeit: Frühjahr und Herbst. Der Consell beschreibt den Weg als fast das ganze Jahr begehbar, im Hochsommer werden die langen Etappen aber zur Belastung.
Was die Zählstellen am GR 221 wirklich messen
Der Consell de Mallorca betreibt drei automatische Zählstellen auf dem Fernwanderweg: am Camí de Castelló auf der Etappe zwischen den Refugis Can Boi und Muleta, in Cúber auf der Etappe vom Refugi Muleta zum Refugi Tossals Verds und bei Son Amer auf der Etappe zum Refugi Pont Romà. Gezählt werden also drei Abschnitte, nicht die komplette Route – die Summe ist eine Kennzahl für die Frequentierung, keine Besucherstatistik der ganzen Insel.
Im Zeitraum 1. Oktober 2024 bis 30. September 2025 passierten 60.743 Menschen den Zähler am Camí de Castelló, 31.988 den Zähler in Cúber und 35.869 den Zähler bei Son Amer. In den zwölf Monaten davor waren es 64.743, 43.265 und 42.076 – zusammen 150.084. Der Camí de Castelló bleibt mit Abstand der meistbegangene Abschnitt und macht 45 Prozent aller Zählungen aus.
Pro Tag bedeutet das im dreijährigen Mittel 166 Wanderer am Camí de Castelló, 98 an der Zählstelle Cúber und 101 bei Son Amer. An Wochenenden liegt der Schnitt höher: 177, 106 und 123 Personen. Den stärksten einzelnen Tag der Messreihe verzeichnete der Camí de Castelló am 3. November 2024 mit 1.314 Passagen – mehr als das Siebenfache des Tagesmittels.
Für deine Planung heißt das vor allem eines: Wer an einem Sonn- oder Feiertag im Frühjahr oder Herbst läuft, trifft auf die Betriebsstunden der Zählstellen – die ruhigen Tage sind Werktage außerhalb der Oster- und Brückentage. Wer den Trubel sucht, findet ihn im November längst nicht mehr so dicht wie im April.
150 Kilometer Hauptweg in neun Etappen
Die Hauptroute folgt restaurierten Verbindungswegen von Port d’Andratx im Südwesten bis Port de Pollença im Norden. Der Consell nummeriert neun Etappen und gibt zu jeder Länge, Gehzeit, Höhenmeter und Schwierigkeit an. Diese fünf Kennzahlen stammen direkt von den Etappenseiten des Consell:
- Etappe 1, Port d’Andratx – Sant Elm: 9,75 Kilometer, 3 Stunden 20 Minuten, leicht, 372 Meter Auf- und Abstieg.
- Etappe 2, Sant Elm – Estellencs: 24,74 Kilometer, 8 Stunden 40 Minuten, schwer, 1.010 Meter Aufstieg.
- Etappe 3, Estellencs – Esporles: 14,40 Kilometer, 4 Stunden 50 Minuten, mittelschwer, 670 Meter Aufstieg.
- Etappe 4, Esporles – Refugi Can Boi (Deià): 23,12 Kilometer, 8 Stunden 10 Minuten, schwer, 1.326 Meter Aufstieg. Der Abschnitt durch die Urbanisation Son Cabaspre ist laut Consell begehbar, aber nicht markiert.
- Etappe 6, Refugi Muleta – Refugi Tossals Verds: 27,76 Kilometer, 9 Stunden 5 Minuten, schwer, 1.111 Meter Aufstieg. Die längste Etappe ist in Gegenrichtung schneller, weil es vom Coll de l’Ofre auf rund 900 Metern bis Sóller auf etwa 30 Meter hinuntergeht.
Die Etappen 5 (Can Boi – Muleta), 7 (Tossals Verds – Son Amer), 8 (Son Amer – Pont Romà) und 9 (Pont Romà – Port de Pollença) ergänzen die Route bis ans Meer. Markiert ist der Weg nach der Norm der spanischen Fernwanderwege mit weiß-rot: zwei waagerechte Streifen, weiß über rot. Ein Kreuz aus beiden Farben bedeutet, dass du falsch abgebogen bist.
Wer die Serra de Tramuntana nicht kennt, findet die wichtigsten Aussichtspunkte der Region in der Übersicht der besten Sehenswürdigkeiten Mallorcas und in unserem Portrait der Serra de Tramuntana.
Wo du unterwegs schläfst
Der Consell de Mallorca betreibt mit der Xarxa de Refugis ein Netz bewirtschafteter Berghütten direkt am Weg. Nach den Angaben des offiziellen Faltblatts zur Route stehen am Hauptweg: Refugi Can Boi in Deià mit 32 Betten, Refugi Muleta am Cap Gros über Port de Sóller mit 30 Betten, Refugi Tossals Verds mit 42 Betten, Refugi Son Amer über dem Tal von Lluc mit 52 Betten und Refugi Pont Romà im Ort Pollença mit 38 Betten. Dazu kommen das Refugi de Coma d’en Vidal mit 22 Betten und das Refugi de Galatzó mit 50 Betten an einer Variante im Südwesten.
Ein Bett im Schlafsaal kostet nach der Preisordnung des Consell 14 Euro pro Person und Nacht, für Kinder bis 16 Jahre 9 Euro. Mit gültiger Lizenz des balearischen Bergsteiger- und Kletterverbands sinkt der Preis auf 11,20 Euro, für Jugendliche bis 16 Jahre auf 7,19 Euro; dort kostet das Frühstück 4,95 Euro, das Mittagsmenü 11,70 Euro und das Abendmenü 8,56 Euro. Mahlzeiten und Bettwäsche werden in jedem Fall zusätzlich berechnet.
Gebucht wird über das Buchungsportal des Consell unter seu.conselldemallorca.net/refugis, telefonisch unter +34 971 173 700 oder per E-Mail an xarxaderefugis@conselldemallorca.net. Zwischen Port d’Andratx und Esporles gibt es an der Hauptroute keine Hütte des Consell – für die ersten Etappen brauchst du also eine Unterkunft im Ort, etwa in Sant Elm, Estellencs oder Esporles.
Anreise, Etappenplanung und die beste Jahreszeit
Fast alle Etappenorte sind mit dem Überlandbus erreichbar. Die TIB-Linie 203 verbindet Palma (Estació Intermodal) mit Valldemossa, Deià, Sóller und Port de Sóller, die Linie 204 fährt dieselbe Achse bis Palma und wird für die Verbindung zwischen Sóller und Valldemossa empfohlen. Weil Start und Ziel der meisten Etappen an einer Bushaltestelle liegen, musst du nicht zum Auto zurück – die Streckenwanderung ist auf dem GR 221 die bequemere Variante.
Der Consell beschreibt die Route als fast das ganze Jahr begehbar. Praktisch liegen die angenehmsten Wochen im Frühjahr und im Herbst, weil die beiden langen Etappen über Sant Elm nach Estellencs und von Muleta nach Tossals Verds viele Stunden ohne Schatten auskommen. Im Hochsommer startest du sehr früh und planst kürzere Tagesetappen; in den Wintermonaten kannst du in den Hochlagen auf Schnee treffen, dann brauchst du wärmere Kleidung.
Wer nur einen Tag Zeit hat, nimmt eine Etappe mit Busanschluss an beiden Enden – etwa Etappe 5 von Deià nach Port de Sóller oder die kurze Etappe 1 von Port d’Andratx nach Sant Elm. Wer mehrere Tage plant, findet weitere Vorschläge für ruhige Wandertage in unserem Beitrag über den Wanderurlaub auf Mallorca. Und wenn Deià oder Sóller auf deiner Route liegen, lohnen sich die Sehenswürdigkeiten und Tipps für Sóller als Pausentag.
Häufige Fragen
Wie lang ist der GR 221 auf Mallorca?
Der Consell de Mallorca gibt 261,1 Kilometer offene und markierte Wege an. Davon entfallen 150,1 Kilometer auf die Hauptroute zwischen Port d’Andratx und Port de Pollença, der Rest sind Varianten.
Wie viele Etappen hat der GR 221?
Die Hauptroute ist in neun Etappen aufgeteilt, von 9,75 Kilometern auf Etappe 1 bis 27,76 Kilometern auf Etappe 6. Die Etappennummern werden vom Consell vergeben, ältere Wanderführer nutzen teils eine andere Einteilung – orientiere dich an Start- und Zielort.
Brauche ich für den GR 221 eine Genehmigung?
Für den Weg selbst ist keine Genehmigung dokumentiert; er ist ein öffentlich geführter Wanderweg. Reservieren musst du ausschließlich die Betten in den Berghütten, und das möglichst früh.
Was kostet eine Nacht in den Refugis am GR 221?
Nach der Preisordnung des Consell kostet ein Bett im Schlafsaal 14 Euro pro Person und Nacht, für Kinder bis 16 Jahre 9 Euro. Mahlzeiten und Bettwäsche kommen extra; mit gültiger Verbands-Lizenz sinkt der Schlafsaalpreis auf 11,20 Euro.
Wie reserviere ich ein Refugi?
Online über das Buchungsportal des Consell unter seu.conselldemallorca.net/refugis, telefonisch unter +34 971 173 700 oder per E-Mail an xarxaderefugis@conselldemallorca.net. Das Portal prüft auch die Verfügbarkeit mehrerer Hütten auf einer Route.
Wie voll ist der GR 221?
2024/25 wurden an drei Zählstellen zusammen 130.625 Wanderer registriert, im Vorjahr 150.084. Im Tagesmittel sind das 166 Personen am Camí de Castelló, 98 in Cúber und 101 bei Son Amer – an Wochenenden etwas mehr.
Welcher Abschnitt des GR 221 eignet sich als Tagestour?
Etappe 1 von Port d’Andratx nach Sant Elm mit 9,75 Kilometern und 3 Stunden 20 Minuten ist der leichteste Einstieg. Etappe 5 von Deià nach Port de Sóller verbindet zwei Orte mit Busanschluss, Etappe 3 führt über die Terrassen von Estellencs und Banyalbufar.
Wann ist die beste Zeit für den GR 221?
Frühjahr und Herbst, weil die langen Etappen dann nicht in der größten Hitze liegen. Der Consell beschreibt die Route als fast das ganze Jahr begehbar; im Winter kann in den Hochlagen Schnee liegen, im Hochsommer sind frühe Starts sinnvoll.
Wie ist der GR 221 markiert?
Nach der Norm der spanischen Fernwanderwege mit weiß-roten Streifen. Weiß-rot weißt dir die Richtung, ein Kreuz aus beiden Farben zeigt an, dass du falsch abgebogen bist. Auf Etappe 4 durch Son Cabaspre ist ein Abschnitt begehbar, aber nicht markiert.
Quellen
- Consell de Mallorca: Ruta de Pedra en Sec GR 221 (Länge, Etappen, höchster Punkt).
- Consell de Mallorca: Informe de la freqüentació de senderistes GR 221, 1. Oktober 2022 bis 30. September 2025 (Zählstellen und Besucherzahlen).
- Consell de Mallorca: Faltblatt GR 221 (Bettenzahlen der Refugis, Stand Juli 2026).
- Consell de Mallorca: Buchungsportal der Xarxa de Refugis (Preise, Kontakt, Verfügbarkeit).
- Consell de Mallorca: Homologierung von 137 Kilometern der Ruta de Pedra en Sec (acht Etappen, FEBME-Homologierung).
- TIB: Linie 203 Port de Sóller – Valldemossa – Palma (Busverbindungen für die Etappenorte).
Transparenz: Das Beitragsbild ist KI-generiert und zeigt eine Illustration, keine dokumentarische Aufnahme. Der Text wurde mit Unterstützung automatisierter Systeme erstellt und redaktionell geprüft.