Die Trockensteinroute durch die Serra de Tramuntana wird immer beliebter. Der Consell de Mallorca zählte in seinen sieben Berghütten im Jahr 2025 insgesamt 43.222 Übernachtungen – ein Rekord und 7,4 Prozent mehr als 2024. Für die dritte Etappe zwischen Esporles und dem Refugi de Can Boi hat die Landesregierung der Balearen am 9. Oktober 2026 den sofortigen Grunderwerb genehmigt, weil der Weg am Son Cabaspre keine Beschilderung hatte und sich dort zunehmend Wanderer verirrten.
Das Wichtigste in Kürze
- Rekord in den Hütten: 43.222 Übernachtungen im Jahr 2025, ein Plus von 7,4 Prozent gegenüber 2024.
- Starke Saison: Von März bis Mai 2026 nutzten 17.443 Menschen die sieben Berghütten, 8 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025.
- Neue Schilder: Am 9. Oktober 2026 genehmigte die Landesregierung den sofortigen Erwerb der Grundstücke für den Weg Son Cabaspre auf Etappe 3.
- Grund ist die Sicherheit: Die Gemeinde Esporles hatte gemeldet, dass sich auf dieser Etappe immer mehr Wanderer verirren.
- Zählstellen: Zwischen dem 1. Oktober 2024 und dem 30. September 2025 registrierten die drei Messpunkte am Weg 130.625 Wanderer, rund 13 Prozent weniger als im Jahr davor.
Warum Etappe 3 neue Schilder bekommt
Der Weg am Son Cabaspre gehört zur dritten Etappe des GR 221, die von Esporles über den Camí de Castelló zum Refugi de Can Boi bei Deià führt. Das Projekt zur Herrichtung dieses Abschnitts wurde am 28. April 2026 im Amtsblatt der Balearen abschließend genehmigt. Weil die betroffenen Flächen nicht rechtzeitig freigegeben wurden, hat die Landesregierung am 9. Oktober 2026 die sofortige Inanspruchnahme der Grundstücke beschlossen – ein Verfahren, das sonst Monate dauert.
Der Begründung liegt ein Sicherheitsproblem zugrunde: Ohne Beschilderung, so heißt es in dem Verfahren, sei die Orientierung schwierig, besonders bei Regen und Nebel und besonders für unerfahrene Wanderer. Das erhöhe die Zahl der Zwischenfälle und Unfälle. Die Gemeinde Esporles hatte sich bereits am 22. Mai 2024 an die Inselverwaltung gewandt, weil sie eine Zunahme verirrter Ausflügler auf dieser Etappe festgestellt hatte. Mit der Aufnahme in den GR 221 wird die Markierung verpflichtend – sie zeigt Entfernung, Schwierigkeit und Gehzeit an und soll die Tourenplanung verlässlich machen.
Die sieben Berghütten: ein Rekordjahr
Die Hütten der Xarxa de Refugis liegen alle auf öffentlichen Gütern und bieten zusammen 264 Plätze. Die Übernachtungszahlen für 2025 verteilen sich so: Son n’Amer 9.264, Tossals Verds 8.200, Can Boi 7.135, Galatzó 6.537, Muleta 6.147, Pont Romà 5.714 und das im April 2025 wiedereröffnete Refugi de sa Coma d’en Vidal mit 250 Nächten. Es war das erste Jahr, in dem die Hütte nach Jahren des Leerstands wieder geöffnet war.
Auch 2026 geht der Trend nach oben. Zwischen März und Mai, der stärksten Zeit neben dem Herbst, zählte der Consell 17.443 Nutzerinnen und Nutzer – nach 16.138 im Vorjahr, ein Plus von 8 Prozent. Für Juni lagen 3.924 reservierte Plätze vor, rund 29 Prozent mehr als im gleichen Monat 2024. Dazu kommen rund 3.000 Schulkinder, die im Schuljahr 2025/26 im Rahmen von Programmen wie Una Nit a la Serra in den Hütten übernachtet haben. Für 2026 hat die Inselverwaltung den Etat für die öffentlichen Güter und Hütten auf 2,8 Millionen Euro erhöht, 11 Prozent mehr als 2025.
Die Zählstellen melden weniger Wanderer – was dahinter steckt
Der Consell betreibt drei automatische Zählstellen auf dem Weg: am Camí de Castelló zwischen den Refugis Can Boi und Muleta, in Cúber auf der Etappe von Muleta nach Tossals Verds und bei Son Amer auf dem Weg zum Refugi Pont Romà. Gezählt werden also drei Abschnitte, nicht die komplette Route.
Zwischen dem 1. Oktober 2024 und dem 30. September 2025 passierten 130.625 Menschen diese Zähler – im Zeitraum davor waren es 150.084, ein Rückgang von rund 13 Prozent. Einzelne Zahlen: 60.743 am Camí de Castelló (zuvor 64.743), 31.988 in Cúber (zuvor 43.265) und 35.869 bei Son Amer (zuvor 42.076). Das ist der aktuellste veröffentlichte Bericht der Inselverwaltung, er datiert vom Oktober 2025; eine Auswertung für die Saison 2025/26 lag zum Zeitpunkt dieses Beitrags noch nicht vor.
Wer die beiden Zahlenreihen nebeneinanderlegt, sieht auf den ersten Blick einen Widerspruch: weniger Wanderer an den Zählern, mehr Übernachtungen in den Hütten. Der Widerspruch löst sich auf, wenn man liest, was jeweils gemessen wird. Die Zähler erfassen Passagen an drei Stellen eines Weges, die Hütten erfassen gebuchte Nächte – und die Auswertungen stammen aus unterschiedlichen Zeiträumen. Die Zählerzahlen sind deshalb keine Besucherstatistik für die Insel und die Hüttenzahlen kein Beleg für den ganzen Weg.
Wann es auf dem Weg voll wird
Die stärksten Monate sind April und Oktober – dann gehen die Hütten fast auf Vollbelegung. Der Consell beschreibt Frühjahr und Herbst als die beste Zeit; der Weg ist wegen des Inselklimas fast das ganze Jahr begehbar, im Hochsommer werden die langen Etappen auf den schattenlosen Abschnitten aber zur Belastung. Wer im Winter wandert, hat die ruhigsten Tage. Wetterbedingte Sperrungen einzelner Abschnitte sind keine Seltenheit – so waren Zeitlang Wanderungen am Gorg Blau untersagt.
Häufige Fragen
Wie lang ist der GR 221?
Der Consell weist 261,1 Kilometer eröffnete und markierte Wege aus. Davon entfallen 150,1 Kilometer auf die Hauptroute zwischen Port d’Andratx und Port de Pollença; der Rest sind Varianten.
Wie hoch liegt der höchste Punkt?
Der höchste Punkt der Route ist der Coll de ses Cases de Neu mit etwas mehr als 1.200 Metern.
Wo übernachtet man auf dem GR 221?
In den sieben Berghütten des Consell de Mallorca. Sie liegen alle auf öffentlichen Gütern, bieten zusammen 264 Plätze und lassen sich über das Buchungsportal der Inselverwaltung reservieren.
Wann ist die beste Zeit für die Trockensteinroute?
Frühjahr und Herbst. April und Oktober sind die am stärksten gebuchten Monate, weil dann die Temperaturen angenehm sind.
Warum melden die Zählstellen weniger Wanderer, die Hütten aber mehr?
Weil die Zählstellen Passagen an drei Abschnitten zählen, die Hütten dagegen gebuchte Nächte, und weil die Zählerauswertung aus der Saison 2024/25 stammt, die Hüttenzahlen aus 2025 und 2026. Beide Zahlen messen also verschiedene Dinge.
Quellen
- Consell de Mallorca: Streckendaten des GR 221
- Consell de Mallorca: Bericht zur Frequentierung der Ruta de Pedra en Sec (Zeitraum 1.10.2024–30.9.2025, veröffentlicht Oktober 2025)
- Consell de Mallorca: Bilanz der Berghütten 2025 (1.1.2026) und der Frühjahrssaison 2026 (6.6.2026)
- Consell de Govern der Balearen: sofortiger Grunderwerb für den Weg Son Cabaspre, Etappe 3 des GR 221 (9.10.2026)
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