Das Cap de Formentor ist der nördlichste Punkt Mallorcas: das östliche Ende der Halbinsel Formentor, die sich von Port de Pollença aus rund 20 Kilometer ins Mittelmeer schiebt. Am äußersten Zipfel steht der Leuchtturm Far de Formentor, seit 1863 in Betrieb. Die Straße dorthin gehört zu den bekanntesten Panoramastrecken der Insel – und sie ist im Sommer für den privaten Verkehr gesperrt. Diese Sperre endete in diesem Jahr am 18. Oktober.
Das Wichtigste in Kürze
- Lage: Cap de Formentor ist der nördlichste Punkt Mallorcas, am Ende der Halbinsel Formentor in der Serra de Tramuntana (UNESCO-Welterbe).
- Leuchtturm: Der Far de Formentor entstand 1860 bis 1863. Sein Feuer liegt 210 Meter über dem Meer und reicht 24 Seemeilen weit – der höchste Leuchtturm der Balearen.
- Straße: Die Ma-2210 führt auf rund 20 Kilometern von Port de Pollença zum Leuchtturm, vorbei an mehreren Aussichtspunkten.
- Zufahrt: Vom 15. Mai bis zum 18. Oktober ist die Strecke täglich von 10 bis 22 Uhr für private Fahrzeuge gesperrt. Seit dem 19. Oktober 2026 ist sie wieder frei.
- Ohne Auto: Die TIB-Buslinie 334 verbindet Alcúdia und Port de Pollença mit dem Leuchtturm und hält an allen Aussichtspunkten.
Was das Cap de Formentor ist
Das Cap de Formentor bildet das östliche Ende der Halbinsel Formentor und gleichzeitig den nördlichsten Punkt Mallorcas. Die Steilküste ist eine der markantesten Landschaften der Insel: Wind und Wasser haben den Fels über Jahrmillionen geformt, der höchste Punkt – Fumart – erreicht 384 Meter über dem Meeresspiegel. Zu den Buchten der Halbinsel gehören die Cala Murta und die Cala Pi de la Posada, besser bekannt als Platja de Formentor.
Die Mallorquiner nennen die Halbinsel den „Treffpunkt der Winde“, und wer einmal oben am Kap gestanden hat, versteht sofort, warum. Das Gebiet gehört zur Serra de Tramuntana, die seit 2011 als Kulturlandschaft zum UNESCO-Welterbe zählt.
Literarisch berühmt wurde die Nordspitze durch Miquel Costa i Llobera: Sein Gedicht „Lo Pi de Formentor“ (Die Kiefer von Formentor) von 1875 gilt als das bekannteste Naturgedicht eines mallorquinischen Autors.
Der Leuchtturm Far de Formentor
Noch bevor eine moderne Straße über die Halbinsel führte, musste an ihrer Spitze eine Baustelle versorgt werden. Zwischen 1860 und 1863 entstand der Far de Formentor – nach Angaben von mallorca.com unter Leitung des in Palma geborenen Ingenieurs Emili Pou y Bonet, mit rund 200 Arbeitern auf der abgelegenen Baustelle.
Das Baumaterial wurde über einen eigens angelegten Weg von der Cala Murta herantransportiert, den sogenannten antic camí. Seine charakteristische Zickzack-Linienführung ist in der Landschaft bis heute zu erkennen. 1892 wurden Treppen, Mauern und Wege tritt- und stolperfest in den Felsen geschlagen.
Die exponierte Lage verleiht dem Leuchtfeuer seine große Reichweite: Die Turmbasis steht 167 Meter über dem Meer, das Feuer liegt auf 210 Metern Höhe – damit ist es der höchste Leuchtturm der Balearen. Die weiße Nenntragweite beträgt 24 Seemeilen, rund 44,4 Kilometer. Die Kennung besteht aus vier Blitzen innerhalb von 20 Sekunden, wodurch sich das Signal von anderen Leuchtfeuern unterscheidet.
Anfangs brannte hier Olivenöl, später Paraffin. Um 1960 wurde die Anlage elektrifiziert, heute arbeitet sie mit Solarstrom und wird aus der Ferne gesteuert. Der Far de Formentor ist kein stillgelegtes Denkmal, sondern weiterhin ein aktives Seezeichen.
Die Straße Ma-2210: rund 20 Kilometer Panorama
Die Carretera de Formentor (Ma-2210) verbindet auf etwa 20 Kilometern Port de Pollença mit dem Kap. Sie entstand in zwei Bauphasen. Der erste Abschnitt über den Col de la Creueta bis zur Platja de Formentor wurde um 1930 von Antonio Parietti errichtet – dem Ingenieur, der auch die berühmte Straße nach Sa Calobra baute. Der zweite Abschnitt von der Platja de Formentor bis zum Leuchtturm wurde nach 1945 von Miquel Fortesa (1888–1969) entworfen und gebaut, damals Leiter der Abteilung für öffentliche Arbeiten der Balearen.
1951 wurde bei Kilometer 13,6 der Fumat-Tunnel von beiden Seiten durch den Fels geschlagen. Er ist 192 Meter lang und hat eine Fahrbahnbreite von 5,7 Metern. Wer die Strecke fährt, merkt schnell: Das ist keine Schnellstraße, sondern eine kurvenreiche Bergstraße – und genau das macht den Reiz aus.
Entlang der Straße liegen mehrere Aussichtspunkte mit spektakulären Ausblicken, darunter der Mirador des Colomer – direkt an der Straße, mit einem kleinen Parkplatz, der zum häufigsten Engpass des Besuchs wird – und der Mirador del Mal Pas. In der Hauptsaison und rund um den Sonnenuntergang kann die Parkplatzsuche hier viel Zeit kosten.
Die Zufahrtsregelung: Was seit dem 19. Oktober wieder gilt
Die Panoramastraße ist in der Saison für den privaten Verkehr gesperrt. Nach Angaben des Consell de Mallorca gilt die Regelung vom 15. Mai bis zum 18. Oktober, täglich von 10 bis 22 Uhr. Für 2026 ist diese Sperre seit dem 19. Oktober beendet – Urlauber können wieder mit dem eigenen Wagen oder Mietwagen bis zum Leuchtturm fahren.
Der Grund für die Sperre ist der Andrang. Seit dem Mobilitätspilotplan von 2018 ging der Besucherstrom zu den Spitzenzeiten um mehr als 90 Prozent zurück – von 300 Fahrzeugen auf 20. Das Ziel dahinter: die Landschaft der Serra de Tramuntana, die zum UNESCO-Welterbe gehört, und die Ruhe des Kaps zu bewahren.
Wer in der Saison fahren darf
- öffentliche Verkehrsmittel der Balearen-Regierung (TIB) auf beiden Straßenabschnitten
- Reisebusse, Taxis und Mietwagen mit Fahrer für den Abschnitt am Formentor-Strand
- Anwohner sowie Fahrzeuge, die Personen mit eingeschränkter Mobilität befördern (vorab genehmigt)
- Dienst-, Rettungs-, Sanitäts-, Notfall- und Strafverfolgungsfahrzeuge
- Radfahrer und Wanderer – sie sind von der Regelung ausgenommen
Wer nicht fahren darf
- Privatfahrzeuge ohne Genehmigung
- Motorräder ohne Genehmigung
- Lastwagen ohne Genehmigung
Die Regelung betrifft zwei Abschnitte: den Bereich am Leuchtturm von Kilometer 8,7 bis 19,6 und den Abschnitt am Formentor-Strand von Kilometer 2 bis 8,7. Am Leuchtturm ist das Befahren während der Geltungszeiten in beide Richtungen verboten; wer vor 10 Uhr eingefahren ist, muss das Gebiet bis spätestens 9:59 Uhr verlassen. Am Strandabschnitt ist die Zufahrt so lange erlaubt, bis die zugelassenen Parkplätze belegt sind. Gegen unbefugte Fahrzeuge werden Bußgelder verhängt.
Die Termine verschieben sich von Jahr zu Jahr: 2025 lief die Sperre vom 1. Juni bis zum 30. Oktober, 2026 begann sie bereits am 15. Mai. Prüfe die aktuellen Zeiten vor jeder Anreise – und rechne in der Saison mit Kontrollen. Nach Angaben der Verkehrsbehörde DGT wurden 2025 am Cap Formentor rund 2.300 Verstöße gegen das Fahrverbot gemeldet.
So kommst du zum Cap Formentor
Mit dem Auto
Außerhalb der Sperrzeiten kannst du bis zum Leuchtturm durchfahren. Der Parkraum am Kap ist allerdings sehr begrenzt. Wer früh am Morgen startet, hat die besten Chancen – und die Straße für sich.
Mit dem Bus
Die TIB-Linie 334 fährt von Alcúdia über Port de Pollença zum Leuchtturm Formentor. Sie hält auf der Halbinsel am Mirador des Colomer, an der Platja de Formentor, an der Cala Figuera-Cala Murta und am Leuchtturm. Wer aus anderen Teilen der Insel anreist, kann in Port de Pollença oder Alcúdia auf die Linie umsteigen. Fahrkarten lassen sich im Bus mit Karte bezahlen; Fahrpläne und Preise stehen auf tib.org.
Mit dem Auto bis Port de Pollença, dann Bus
Wer mit dem Wagen anreist und die Sperrzeiten umgehen möchte, kann in Port de Pollença auf den Seitenstreifen der Umgehungsstraße parken. Die beiden Einstiege in Richtung Formentor sind die Haltestellen Port de Pollença (42051) und Can Singala 2 (42055).
Mit dem Rad oder zu Fuß
Radfahrer und Wanderer dürfen die Strecke das ganze Jahr über nutzen, auch während der Sperrzeiten. Im Sommer ist das die ruhigste Art, das Kap zu erreichen – der Verkehr auf der Straße ist dann auf Busse, Taxis und Berechtigte beschränkt.
Was es am Cap Formentor zu sehen gibt
- Far de Formentor: der Leuchtturm am nördlichsten Punkt der Insel, 1860 bis 1863 erbaut – das eigentliche Ziel der Fahrt.
- Mirador des Colomer: Aussichtspunkt direkt an der Straße mit Blick auf die Steilküste und die Felsnadel; kleiner Parkplatz, großer Andrang.
- Mirador del Mal Pas: Aussichtsplattform auf den zerklüfteten Küstenabschnitt.
- Platja de Formentor: der langgezogene Sandstrand an der Cala Pi de la Posada.
- Hotel Formentor: 1929 eröffnet, mit Gästen wie Charlie Chaplin, Winston Churchill und Peter Ustinov. Nach einem Umbau öffnete das Haus im Sommer 2024 als Four Seasons Resort de Formentor wieder.
- Cala Murta: kleine Bucht an der Nordseite, zu Fuß oder per Boot erreichbar.
Häufige Fragen zum Cap Formentor
Kann ich jetzt mit dem Auto zum Leuchtturm fahren?
Ja. Die Verkehrsregelung gilt in der Saison vom 15. Mai bis zum 18. Oktober, täglich von 10 bis 22 Uhr. Seit dem 19. Oktober 2026 ist die Ma-2210 für den privaten Verkehr wieder frei. Achtung: Die Zeiträume haben sich von Jahr zu Jahr verschoben – 2025 lief die Sperre vom 1. Juni bis zum 30. Oktober. Prüfe die Termine deshalb vor jeder Anreise neu.
Wann genau ist die Straße zum Cap Formentor gesperrt?
In der Regelsaison vom 15. Mai bis 18. Oktober täglich zwischen 10 und 22 Uhr. Betroffen sind zwei Abschnitte: die Straße zum Leuchtturm von Kilometer 8,7 bis 19,6 und der Abschnitt am Formentor-Strand von Kilometer 2 bis 8,7. Wer vor 10 Uhr eingefahren ist, muss das Gebiet bis spätestens 9:59 Uhr wieder verlassen.
Gibt es Parkplätze am Leuchtturm?
Nur sehr wenige. Der Raum rund um den Leuchtturm ist eng begrenzt, und das ist der häufigste Engpass des Besuchs – besonders in den Sommermonaten und rund um den Sonnenuntergang. Wer mit dem Bus anreist, umgeht das Problem vollständig.
Kann ich mit dem Fahrrad oder zu Fuß zum Cap Formentor?
Ja, jederzeit. Radfahrer und Wanderer sind von der Zufahrtsregelung ausgenommen und dürfen die Strecke auch während der Sperrzeiten nutzen. Das ist im Sommer die ruhigste Variante.
Wie bekomme ich eine Ausnahmegenehmigung für die Zufahrt?
Ausnahmen gelten für Anwohner, für Fahrzeuge, die Personen mit eingeschränkter Mobilität befördern, sowie für weitere berechtigte Gruppen. Die Genehmigung ist mindestens drei Werktage im Voraus bei der spanischen Verkehrsbehörde DGT zu beantragen, per E-Mail an formentor@dgt.es.
Welcher Bus fährt zum Cap Formentor?
Die TIB-Linie 334 fährt von Alcúdia über Port de Pollença zum Leuchtturm Formentor. Sie hält auf der Halbinsel am Mirador des Colomer, am Strand von Formentor (Platja de Formentor), an der Cala Figuera-Cala Murta und am Leuchtturm. Fahrkarten am besten mit Karte bezahlen; Fahrpläne unter tib.org.
Ist der Leuchtturm noch in Betrieb?
Ja. Der Far de Formentor ist kein stillgelegtes Denkmal, sondern bis heute ein aktives Seezeichen. Seit 1863 weist das Feuer Schiffen den Weg; heute arbeitet die Anlage mit Solarstrom und wird aus der Ferne gesteuert.
Wie hoch liegt der Leuchtturm?
Die Turmbasis steht 167 Meter über dem Meer, das Feuer liegt auf 210 Metern Höhe. Damit ist es der höchste Leuchtturm der Balearen. Seine weiße Nenntragweite beträgt 24 Seemeilen, das sind rund 44,4 Kilometer.
Ist das Hotel Formentor noch geöffnet?
Das traditionsreiche Hotel an der Platja de Formentor wurde 1929 eröffnet – Gäste waren unter anderem Charlie Chaplin, Winston Churchill und Peter Ustinov. Nach einem Umbau öffnete es im Sommer 2024 unter dem Namen Four Seasons Resort de Formentor wieder.
Quellen
- Consell de Mallorca: Verkehrsregelung am Leuchtturm von Formentor – formentor.conselldemallorca.es
- mallorca.com: Far de Formentor – Leuchtturm über Mallorcas Nordküste (Stand 03.08.2026) – mallorca.com
- Wikipedia: Cap Formentor – de.wikipedia.org
- ADAC: Zufahrt zum Cap Formentor – adac.de
- TIB – Transport de les Illes Balears, Fahrpläne – tib.org
Transparenz: Das Beitragsbild ist KI-generiert und zeigt eine Illustration der Steilküste am Cap Formentor, keine dokumentarische Aufnahme. Der Text wurde mit Unterstützung automatisierter Systeme erstellt und redaktionell geprüft.