
Umweltengel Sigmar Gabriel und der Mallorca-Flug
Nun hat es heute ja in allen großen und kleinen Magazinen die Runde gemacht: unser aller Umweltengel Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat am 8. August 2007 seinen Mallorca Urlaub unterbrochen, um für eine Stunde Anwesenheit in Berlin die Beschlussfähigkeit des Kabinetts zu gewährleisten. Er soll dann noch bis zum Abend weitere Dienstgeschäfte wahrgenommen haben und konnte deshalb am Abend keine Linienmaschine zurück nehmen – ach so. So ist er dann am nächsten Tag von Goslar aus wieder nach Mallorca geflogen. Wie ist er denn von Berlin nach Goslar gekommen? Bestimmt mit einer kleinen, schwarzen Limousine – mit Begleitfahrzeugen, wie es sich für einen Bundesminister gehört, oder?
Das alles wäre ja nun alles nicht so schlimm gewesen, wäre er, als gutes Beispiel voran, mit einer Linienmaschine oder einem Billigflieger geflogen (und hätte die 2 Stunden Flugzeit noch genutzt, um direkt mal mit den Wählern zu sprechen). Aber unser schwergewichtiger Minister ist lieber mit der Flugbereitschaft der Bundeswehr geflogen – ist ja auch bequemer. So hat man ein Flugzeug für sich alleine, man muss sich an keinen Flugplan halten und es kostet einen auch nichts!
Reuters schreibt:
Das Kanzleramt habe ihn gebeten, für eine Kabinettssitzung am 8. August seinen Mallorca-Urlaub zu unterbrechen und kurzfristig nach Berlin zu reisen. Dabei sei ihm angeboten worden, die Luftwaffe zu nutzen. Andere Flugmöglichkeiten habe es nicht gegeben. “Meinen Urlaub unterbreche ich nicht nochmal, wenn das Ergebnis hinterher ist, dass ich derartig Ärger habe”, sagte Gabriel.
Lieber Herr Gabriel, liebes Umweltministerium, wenn der Urlaub auf Korsika stattgefunden hätte, hätte ich die Aussage, dass es keine andere Flugmöglichkeit gegeben hätte, ja vielleicht noch verstanden. Aber von Mallorca aus – im August – sorry, da ist Hochsaison auf der Insel. Der Flughafen Son Sant Joan meldete für diesen Tag 745 Starts und Landungen – und da ging keiner nach Berlin? Gerne bin ich behilflich, Ihnen im Dschungel der Webseiten von Reiseanbietern, Airlines und Billigfliegern zur Seite zu stehen und buche auch gerne den Flug für Sie – ich verzichte dann auch auf meine 2 Euro Provision für die Vermittlung.
So hat uns Steuerzahler Herrn Gabriels Flug rund 50.000 Euro gekostet und der entstandene Kohlendioxidausstoß von rund 44 Tonnen ist auch nicht so schlimm – denn nach Aussagen einer Sprecherin des Ministeriums werden auf Initiative Gabriels alle Dienstreisen der Bundesregierung klimaneutral gestellt, das heißt, dass als Ausgleich für die CO2-Emissionen Umweltprojekte finanziert werden. Von wessen Geldern noch einmal? Vielen Dank. Und uns dann was erzählen zum Thema Umwelt – was eine verlogene Welt.
Mir ist klar, dass die Flugbereitschaft der Bundeswehr für genau diesen Zweck da ist, aber dann muss man sich wirklich fragen, ob man Leute für eine Stunde aus dem Urlaub zurückholen muss, nur um die Beschlussfähigkeit des Kabinetts zu gewährleisten – in Zeiten von Telefon- und Videokonferenzen geht sowas bestimmt auch einmal anders, oder?
Oder man muss einfach eine Urlaubssperre verhängen – und das Kabinett macht dann zur gleichen Zeit geschlossen Urlaub – wie das andere Firmen auch machen, die sonst nicht arbeitsfähig wären ohne alle Mitarbeiter.




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