
Reise-Apotheke
Unter diesem Begriff versteht eigentlich jeder das gleiche: Ich fahre in Urlaub und nehme die für mich wichtigen Medikamente und Arzneimittel mit. Es könnte sein, dass dieser Begriff bald für etwas ganz anderes steht: Ich buche meine Reise in der Apotheke. Nachdem nun schon das Internet und die großen Lebensmitteldiscounter den Reisebüros das Leben schwer machen, wollen nun auch die Apotheken sich eine Scheibe davon abschneiden:
Da sollte fast für jeden Krankheitsfall ein Reiseangebot dabei sein, von „Allgemeinen Schwächezuständen“ und „Arthrose“ über „Bewegungsmangel“ und „Osteoporose“ bis zu „Sportverletzungen“. Rheumawochen auf Ischia, Sauerstofftherapie am Plattensee, Privatkurwochen in Marienbad oder 17 Tage Vietnam-Kambodscha ab 1778 Euro sind im Angebot – den Arzt aus Deutschland als Tourbegleiter inbegriffen.
Der 44 Seiten schlanke Katalog „Gesundheitsreisen aus der Apotheke“ des Kölner Reiseveranstalters Mediplus wird bundesweit über die 1400 Mitglieder der Apothekenkooperation Linda verteilt……..
Mediplus-Chef Ralf Baumbach nennt Vorzüge: „Mit diesem Angebot erweitern die Apotheken ihr Vermarktungspotential, verbessern ihre Marketingstrategie, erschließen sich eine neue Erlösquelle und verbessern so ihre Wettbewerbsfähigkeit sowie ihre Kundenbindung.“ Bis zu zehn Prozent Provision bekommt der Apotheker, die Abwicklung liegt beim Veranstalter. „Das Interesse der Apotheker ist riesengroß“, sagt Baumbach.
Quelle: faz.net
Aus Sicht der Apotheken verständlich, denn auch sie bekommen zum einem große Konkurrenz durch das Internet (siehe DocMorris) und zum anderen bringen sich viele Kunden Ihre Arzneimittel lieber aus dem Urlaub mit. Auf Mallorca zum Beispiel sind viele Medikamente wesentlich billiger wie in der Apotheke in Deutschland. (Habe selbst schon für Bekannte Einkäufe erledigt.) Und kombiniert man das mit dem Urlaub oder mit einem Kurztrip übers Wochenende nach Palma de Mallorca, so lassen sich schon einige Euros sparen.
Auch die großen Reiseveranstalter wie TUI versuchen, zusammen mit den Apotheken Ihre Gesundheits- und Wellnessreisen an den Mann oder die Frau zu bringen. So werden dort über die Kooperation “Gesund leben” in über 2.700 Apotheken Reiseangebote unterbreitet. Ein Beispiel:
Eine Woche Sporthotel Madeira ab 749 Euro. Für 159 Euro extra gibt es „Aktives Bewegen für den gesunden Rücken“ samt „physiotherapeutischem Check-up, sechsmal Rücken-Aktivprogramm, viermal Körperharmonie-Programm (Pilates, Qi Gong oder Stretching), dreimal Nordic-Walking und eine Ganzkörpermassage“.
Quelle: faz.net
Angeblich sollen diese Apotheker keine Provisionen erhalten. Wer es glaubt….;-) Auf jeden Fall haben die den informativeren, übersichtlicheren Internetauftritt. Da muss sich Linda noch mal anstrengen, wenn sie über das Internet was erreichen wollen.





apotheken-nachrichten [www] schrieb am 22. Mrz 2007 um 14:03
Linda ist eine Kooperation, die nicht im Internet aktiv ist! Die Apotheken erhalten bis zu 10% des Reisepreises… siehe auch:
http://www.apotheken-nachrichten.de/2007/03/22/reisen-aus-der-apotheke-teil-2/
Linda so mit DocMorris zu vergleichen passt nicht ganz. Die DocMorris Kooperation zeilt auf eine spätere Kette, Linda zwar auch – nur verdeckter operierend!
Andreas Schneider [www] schrieb am 22. Mrz 2007 um 16:44
Ich habe Linda ja auch nicht mit DocMorris verglichen, sondern DocMorris als Konkurrent zu allen klassischen Apotheken erwähnt.
Und wie Du selbst schreibst: das Ziel der Apotheken-Kooperationen ist das gleiche, oder?
Ob sie nun Linda, Gesund leben oder wie auch immer heißen. Kunden binden – Geld verdienen. Die machen das garantiert nicht aus “Nächstenliebe”.
Parcelmed Internetapotheke [www] schrieb am 12. Jul 2008 um 14:33
Gegen die allgemeine Erwartung gibt es auch Medikamente, die in Deutschland billiger sind als im Ausland und deshalb hier oder über eine Online-Apotheke gekauft werden. Dabei handelt es sich nicht nur um die allseits bekannten Präparate von Pfizer, die u.a. in Großbritannien wesentlich teurer sind, sondern auch um einige Generika.
Ob sich ein Apotheker zum Anbieter eines Produktes (Reise) das er nicht kennt und beeinflussen kann, machen sollte, hängt sicher von seiner eigenen Ansicht über das Vertrauen seiner Kunden ab. Das Apotheken sich bei verstärkter Konkurrenz und sinkenden Erträgen Gedanken über neue Geschäftsfelder machen ist sicher normal.