Mallorca, wie und wo es echt ist
Ach, wie wäre das schön, wenn die laute Musik nicht wäre, die grölenden Feierwütigen, die Partymeute. Ach, was wäre es für eine schöne Insel, und wie gut wäre es zu wissen, wenn nur jeder wüsste, wie schön diese Insel wirklich ist! Also Schluss mit Balla Balla Ballermann – wer den Mut und das Interesse aufbringt, das echte Mallorca kennenzulernen, wird aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Starten wir eine Pauschalreise auf diese Baleareninsel, die so gar nichts mit „pauschal“ zu tun hat. Denn Mallorca ist die Insel der landschaftlichen, kulturellen und kulinarischen Vielfalt schlechthin.
Wenn die Balearen das Paradies sind, dann ist Mallorca das Paradies im Paradies: Herrliche Küsten mit einer Länge von 554 Kilometer prägen eine einzigartige Insellandschaft, die es hervorragend mit dem Fahrrad oder mit Wanderschuhen zu entdecken gilt. Bleiben wir doch gleich bei dieser sportlichen Entdeckerlust, die Garant ist für einen ganzjährigen Erholungs- und Entspannungsurlaub der besonderen Art. Im Frühjahr, wenn die berühmte Mandelblüte sich in voller Pracht präsentiert, und die Temperaturen angenehm mild sind, offenbart sich dem Besucher bei seinem Mallorca-Urlaub eine atemberaubende Ebene, die nur Mallorca zu bieten hat: Die Serra de Tramuntana mit ihrem höchsten Punkt Puig Major (1.445 Meter) und der Hügelkette Serres de Llevat mit dem höchsten Punkt Puig de Morei (562 Meter) machen sprachlos. Vor allem, wenn man sie aktiv und gemächlich mit Rad oder Wanderstöcken erkundet.
Mit offenen Augen durch die Wälder Mallorcas zu spazieren, das lohnt sich: Strand- und Aleppokiefern, Baumheide und Rosmarinzweige gibt es überall zu sehen – es bietet sich ein wahres Fest für die Sinne. Alles blüht, alles duftet. Natürlich ist man nicht auf Mallorca gewesen, wenn man sich nicht Zeit nimmt für das eigentliche Wahrzeichen der Insel: den Mandelbaum. Daran kann man sich quasi das ganze Jahr über erfreuen, denn bereits ab Mitte Januar blühen die Mandelbäume, und im Herbst tragen sie prächtige Früchte. Um an die Mandelkerne zu kommen, muss man übrigens zwei Schalen durchdringen: die erste Schale gilt es zu entfernen, die zweite harte Schale mit einem Stein aufzuklopfen.
Wandern wir weg von den Wäldern und Bäumen – hinab geht es jetzt zu den traumhaft schönen Küsten und Stränden Mallorcas! Man hat das Gefühl, jeder kann sich seinen eigenen Strand individuell aussuchen: breiter, familienfreundlicher Sandstrand, oder doch lieber eine klitzekleine Badebucht? Oder soll es mehr die felsige Steilküste sein? Mallorca gibt’s her. Alles ist vorhanden. Zu nennen sind, vor allem fernab vom Massentourismus, beispielsweise Cala Figuera an der Westküste sowie Cala Deià an der Nordwestküste. Es zeigt sich einfach an jedem Fleckchen: Egal, ob lange geplant oder Mallorca Last Minute – die Insel ist immer erste Wahl.
Während in El Arenal hämmernde Bummbummmusik dröhnt, klingt das echte Mallorca ganz anders. Zu finden ist dieses Ursprüngliche auf dem Land, in der spanischen Idylle vieler kleiner Städte und Dörfer. Die mallorquinische Kultur ist geprägt von der Folklore, die sich in Gesängen, Trachten und Volkstanz ausdrückt. Wer tiefer in die Kultur von Mallorca eintauchen möchte, dem seien diese zwei Museen empfohlen: Im Museo de Mallorca gilt es bedeutende archäologische Funde wie Talayot-Figuren und arabische Keramik zu bestaunen, eingeteilt in islamische Archäologie, die Schönen Künste und Kunstgewerbe. Dann gibt es das Gran Hotel, ein ehemaliges Luxushotel, in dem heute Arbeiten mallorquinischer Maler zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgestellt sind.
Zum Schluss noch ein Tipp: Wer die ganze Vielfalt Mallorcas an einem Tag erleben möchte, hat zwei Möglichkeiten. Entweder man besucht einen der zahlreichen Märkte – in nahezu jeder größeren Ortschaft gibt es einen – und trifft dort auf die echten Inseleinwohner mit ihren zahlreich geernteten Früchten, Fischfängen und originellen Handwerkerkünsten. (Als Beispiele seien die Flohmärkte von Palma und Campos genannt, sowie der Viehmarkt von Sineu und der Bauernmarkt von Sa Pobla). Oder man traut sich in den „Roten Blitz“, jene Schmalspureisenbahn, die seit 100 Jahren in Betrieb ist. Knapp eine Stunde fährt man nostalgisch wichtige Punkte auf der Insel ab. Eben jenes Mallorca, wie und wo es echt ist.
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