Provisionen für Millionen – Die Geschäfte von Luxusmaklern
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Jeder braucht ein Dach über dem Kopf. Aber manche haben sehr spezielle Wünsche und nur wenig Zeit für die Suche. Luxusmakler sind auf den Wohnbedarf der Adligen, Neureichen und Prominenten spezialisiert. Es gibt kaum einen Wunsch ihrer Kunden, den sie nicht erfüllen können. Eigene Insel mit Yachthafen, Traum-Finca mit elektrisch betriebener Drehscheibe in der Garage zum Rangieren der Luxuskarossen oder riesige Kolonialvillen am Kap von Afrika. Geld spielt bei den Auftraggebern kaum eine Rolle. Was zählt, ist die Einzigartigkeit ihrer luxuriösen Bleibe.
“Perverse Luxusfantasien” nennt Promi-Makler Matthias K. seine Bauvorhaben auf Mallorca. Gerade inspiziert er eine riesige Baustelle für eine Wohnanlage der Superlative, in der der Pool, die geräumige Garage, der Fitness-Bereich und die höchsten Sicherheitsstandards zur Grundausstattung gehören. Denn wer zehn Millionen Euro für das 2.600 Quadratmeter große Anwesen “Las Brisas” übrig hat, möchte nicht auf den gewohnten Standard verzichten. Um seine Kunden auf der Baleareninsel in Kaufstimmung zu versetzen, beginnt Matthias K. die Immobilien-Führungen oft im eigenen Helikopter. So lässt sich am besten die exklusive Lage seiner Edel-Fincas erkennen, weitab vom Massentourismus. Denn Ballermann ist Vergangenheit. Mittlerweile gilt Mallorca vor allem als die Insel der Besser- und Bestverdienenden.
Ebenso reizvoll für internationale Großverdiener sind Edel-Immobilien im südafrikanischen Kapstadt. Die Region lockt mit über 320 Sonnentagen im Jahr. Meer und Berge sind in unmittelbarer Nähe. Harriet N. lebt seit zehn Jahren am Kap und verkauft Häuser und Villen an deutsche Kunden. Das Juwel in ihrem Portfolio ist ein herrschaftliches Palais in Kapstadts Innenstadt – mit sechs Meter hoher Eingangshalle, Bibliothek, Billardraum und einem 170 Quadratmeter großen Wintergarten. Das Gebäude steht noch leer, denn neben dem Kaufpreis muss ein neuer Besitzer mindestens acht Personen Hauspersonal mitbringen, um das riesige Anwesen in Schuss zu halten.
Beliebt unter Luxusmaklern und ihren Kunden sind Superlative. Die finden sich zunehmend im Emirat Dubai am Arabischen Golf. Die Herrschaftsfamilie und internationale Großinvestoren bauen nach dem Motto: “Geht nicht, gibt’s nicht.” Gerade entstehen das höchste Gebäude der Welt, das “Burj Dubai”, künstliche Inseln mit Luxusvillen und das teuerste Hausboot der Welt für ein komfortables Leben auf dem Wasser. Sogar an das “Billigsegment” wird gedacht: Ganz günstige Apartments gibt es bereits für “nur” eine halbe Million Euro.
Süddeutsche Zeitung TV über die Wohnzimmer der oberen Zehntausend.
Petra Glinski – Petra Glinski wurde 1967 in Rastatt geboren. Nach einem Kommunikationswissenschaftsstudium mit den Nebenfächern Psychologie und Jura führte sie der Weg erst einmal für ein Jahr in die USA, wo sie für die Produktionsgesellschaft “Sunshine Productions” arbeitete. Nach ihrer Rückkehr war sie als freie Mitarbeiterin unter anderem bei der PRIBAG Fernseh GmbH, bei Radio2day und bei “Fliege” (ARD) tätig. 1996 wurde sie Redakteurin bei SZ, dem Fernsehen der Süddeutschen Zeitung und übernahm im März 1998 die Redaktionsleitung. Seit November 1998 führt Petra Glinski auch als Moderatorin durch die Sendung. (Stand: 11/04)




