Mallorca – Paradies der Gesetzlosen?
Mallorca – das heißt Mandelblüte, Strand und Sonne, heißt Ballermann und Schinkenstraße. Jährlich landen rund drei Millionen deutsche Touristen auf der Insel. Vierzig-, fünfzig- oder siebzigtausend Deutsche – keiner kennt die Zahlen genau – wollen jedoch mehr als Urlaub. Sie leben auf Mallorca, eine Gesellschaft so groß wie eine deutsche Kleinstadt, ein germanisches Soziotop, das seine ganz eigenen Gesetzmäßigkeiten entwickelt hat.
Die Filmautorinnen Eilika Meinert und Gesine Enwaldt tauchen ein in die Welt der deutschen Residenten – und sie stoßen auf Lug und Betrug, auf Misstrauen und Ausbeutung unter den Landsleuten. “Fast alle, die hierher kommen, haben einen Knick in der Lebenslinie”, erklärt Hans Freiherr von Rothenhan, Rechtsanwalt in Palma, der die Deutschen kennt wie kaum ein anderer. Mallorca – Paradies für Deutsche mit betrügerischen Ambitionen? Auftauchen, abtauchen – auf der Baleareninsel kein Problem. Eine Meldepflicht gibt es nicht.
Der Detektiv Frank Pauls ist gut im Geschäft. Seine Auftraggeber sind Banken, Versicherungen, Gläubiger aus Deutschland, alle auf der Suche nach untergetauchten Schuldnern, Steuerflüchtlingen, Sozialbetrügern. Gemeinsam mit Detektiv Pauls begegnen Eilika Meinert und Gesine Enwaldt skurrilen, traurigen und empörenden Fällen von Leichtgläubigkeit und Betrug – harmlose Aussteiger, die ihr Vermögen an Landsleute verlieren, weil sie in der Fremde naiv einfach dem vertrauen, der deutsch spricht.
Die Filmautorinnen spüren hoch verschuldete “Schlitzohren” auf, die sich auf der Insel dem Zugriff der deutschen Justiz entziehen. Sie zeigen, wie Deutsche sich untereinander ausbeuten, in einer Parallelgesellschaft, in der spanisches Recht und Gesetz keine Rolle mehr spielen.




