Deutschland privat – 40 Jahren Ferien in Ost und West
Wenn man französischen Klischeevorstellungen Glauben schenkt, verbringen die Deutschen ihren Urlaub in Birkenstocksandalen mit einem Bierglas in der Hand. Die Dokumentation erzählt Urlaubsgeschichten von Mallorca und vom Ostseestrand, aber dahinter zeichnen sich 40 Jahre deutsche Geschichte ab, die zunächst von der Spaltung des Landes und dann vom schwierigen Zusammenfinden geprägt waren.
Wie verbrachte man in Westdeutschland seine Ferien und wie in Ostdeutschland, und wie verbringt man sie heute? Super-8-Filme aus Privatarchiven geben Einblick in das Leben der Deutschen in Ost und West. Die Filmerzählung bewegt sich zwischen Dokumentation und Fiktion, behält aber die faktische Geschichte immer im Blick. Um nur zwei Beispiele anzuführen: Familie Liebich aus dem Westen verbringt ihre Ferien an der Ostsee, in Russland und in New York. Herr Wisner aus dem Osten macht Urlaub in Bad Schandau und in Budapest. Obwohl zwischen den Urlaubsgewohnheiten in West und Ost gewisse Ähnlichkeiten bestehen, wird ein wichtiger Unterschied deutlich: Während der Reisefreiheit der Westdeutschen nur durch ihre finanziellen Mittel Grenzen gesetzt waren, konnten die Bürger der ehemaligen DDR nur die Kulturen ihrer osteuropäischen Nachbarländer kennen lernen. Ein Mangel an Freiheit, den sie durch große Kreativität wettmachten.




